Der Confed-Cup – Generalprobe für die WM

Seit 1992 gibt es den Wettbewerb, der heute als Confederations Cup (oder kurz „Confed Cup”) bekannt ist. Seinerzeit begründete der saudische König Fahd ibn Abd al-Aziz den Wettbewerb, schon damals mit dem Ziel, die jeweils aktuellen Kontinentalmeister gegeneinander antreten zu lassen. 1992 und 1995 trug das Turnier auch den Namen seines Begründers und war als “König-Fahd-Pokal” bekannt. Ab der dritten Auflage im Jahr 1997 übernahm die FIFA die Rolle als Ausrichter, seitdem findet der Wettbewerb unter seinem heutigen Namen statt. Anfangs alle zwei und später alle vier Jahre dient der Confed-Cup heute auch als Generalprobe für die im folgenden Jahr stattfindende Weltmeisterschaft und wird im gleichen Land ausgetragen.

Der Confed Cup Spielplan

Der Confed Cup Spielplan

Acht Tickets für Russland

Im Sommer 2017 findet der Confed-Cup zum insgesamt zehnten Mal statt. In Russland spielen dann alle aktuellen kontinentalen Meister, der amtierende Weltmeister und Gastgeber Russland um den Pokal und testen vier der zwölf WM-Stadien.

Als erster Teilnehmer stand Russland fest. Am 2. Dezember 2010 gab die FIFA den Gastgeber der WM 2018 und damit auch des Confed-Cup 2017 bekannt. Seitdem laufen in Russland die Vorbereitungen, sowohl in Bezug auf die Stadien als auch auf den Kader. Die „Sbornaja” nahm seit der Vergabe an allen großen Turnieren teil, scheiterte aber sowohl bei den Europameisterschaften 2012 und 2016 als auch bei der WM 2014 in Brasilien jeweils in der Vorrunde.

Der zweite Startplatz geht an den amtierenden Weltmeister. Diesen Titel sicherte sich Deutschland am 13. Juli 2014 durch den 1:0-Sieg im Finale gegen Argentinien. Seit dem Triumph durchläuft das Team einen Umbruch und musste die Rücktritte von Philipp Lahm, Miroslav Klose, Per Mertesacker, Bastian Schweinsteiger und zuletzt Lukas Podolski kompensieren. Bundestrainer Joachim Löw gelang jedoch die Integration neuer Spieler und so erreichte „die Mannschaft” auch bei der Euro 2016 das Halbfinale, wo man an Frankreich scheiterte (0:2).

Die übrigen sechs Tickets stehen den jeweiligen Gewinnern der kontinentalen Meisterschaften zu. Den Titel in Asien sicherte sich das Team aus Australien. Die „Socceroos” gewannen den Asian Cup 2015 im eigenen Land. Trotz einer Niederlage gegen Südkorea in der Gruppenphase erreichte man die KO-Runde, wo man sich gegen China und die VAE durchsetzte. Im Finale kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit Südkorea und den Australiern gelang die Revanche durch einen 2:1-Sieg in der Verlängerung. Trainer Ange Postecoglou vertraut in seinem Kader auch auf bekannte Gesichter aus der Bundesliga, darunter Keeper Mitchell Langerak und Robbie Kruse vom VfB Stuttgart sowie Matthew Leckie, der für den FC Ingolstadt aktiv ist.

Chile ist der Vertreter Südamerikas beim Confed-Cup. Wie Australien gewannen die Chilenen im eigenen Land den Titel, den sie sich zum ersten Mal sichern konnten. Die „La Roja” blieb im Turnierverlauf ungeschlagen und setzte sich im Finale gegen Argentinien durch. Nach torlosen 120 Minuten entschieden die Chilenen das Elfmeterschießen mit 4:1 für sich. Es ist die erste Teilnahme am Confed-Cup für die Südamerikaner, deren Kader viele internationale Stars umfasst. Aus der Bundesliga sind dabei Eduardo Vargas (TSG Hoffenheim) und Arturo Vidal (FC Bayern) bekannt.

Einen weiteren Starter stellt die CONCACAF, in der die Nationalmannschaften Nord- und Mittelamerikas organisiert sind. Diesen Startplatz nimmt 2017 Mexiko ein. Seit dem letzten Confed-Cup fanden zwei Ausgaben des CONCACAF Gold Cups statt, 2013 gewannen die USA, 2015 Mexiko. Zwischen beiden kam es zum Entscheidungsspiel, das Mexiko für sich entscheiden konnte. Mit sieben Teilnahmen sind die Mexikaner zusammen mit Brasilien Rekordteilnehmer am Confed-Cup. Als Gastgeber konnten sie sich 1999 sogar den Titel sichern und hoffen nun mit der Unterstützung der Bundesligaspieler Marco Fabián (Eintracht Frankfurt) und Chicharito (Bayer Leverkusen) auf ein weiteres erfolgreiches Turnier.

Der Startplatz Ozeaniens wurde im Mai und Juni 2016 beim OFC Nations Cup in Papua-Neuguinea ausgespielt. Die Gastgeber trafen im Finale auf Neuseeland, die dieses mit vier Siegen aus vier Spielen und nur einem Gegentor erreicht hatten. Die Entscheidung musste nach einem 0:0 in 120 Minuten im Elfmeterschießen fallen. Hier behielten die „All Whites” die Oberhand und gewannen ihren fünften Titel. Bei Weltmeisterschaften und Confed-Cups kamen sie bisher jedoch nie über die Gruppenphase hinaus.

Auch Weltfussballer Cristiano Ronaldo wird im Sommer 2017 beim Confed-Cup an den Start gehen. Mit der portugiesischen Seleção gewann er den EM-Titel 2016 in Frankreich. Nach wenig überzeugenden Auftritten in der Gruppenphase steigerte sich das Team in der KO-Runde und traf im Finale auf Gastgeber Frankreich. Das Tor von Éder bescherte den Iberern den 1:0-Erfolg in der Verlängerung. Neben Cristiano Ronaldo stehen weitere Stars im Kader, in der Bundesliga stellen Raphael Guerreiro (Borussia Dortmund) und Renato Sanches (FC Bayern) ihr Können unter Beweis.

Das letzte Ticket für den Confed-Cup wurde erst 2017 vergeben. Beim Africa Cup of Nations ermittelten 16 Teams den Afrikameister und den achten Teilnehmer am Confed-Cup. In Gabun trafen im Finale Ägypten und Kamerun aufeinander. Kamerun gewann durch Tore von N’Koulou und Aboubakar mit 2:1 und trug sich zum fünften Mal in die Siegerliste ein. Die „unbezähmbaren Löwen“ verbinden mit dem Confed-Cup aber auch unliebsame Erinnerungen. Während des Halbfinals 2003 erlitt Kameruns Spieler Marc-Vivien Foé den plötztlichen Herztod. Auch den jüngsten Erfolg widmete das Team daher dem verstorbenen Mitspieler.

Der Weg zum Titel

Neben den Spielorten Sankt Petersburg, Moskau, Kasan und Sotschi steht ebenfalls bereits fest, welche Teams in der Gruppenphase aufeinander treffen. In Gruppe A spielt Gastgeber Russland gegen Neuseeland, Portugal und Mexiko. In der Gruppe B bekommt es Weltmeister Deutschland mit Kamerun, Chile und Australien zu tun.

Die beiden besten Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für das Halbfinale, wo die Gruppensieger jeweils auf den Zweiten der anderen Gruppe treffen. Die Verlierer spielen um Platz 3, die Gewinner stehen sich am 2. Juli 2017 im Finale gegenüber.

Die DFB-Elf beim Confed-Cup

Als Weltmeister hat sich auch die deutsche Nationalmannschaft für den Confed-Cup qualifiziert. Allerdings genießt das Turnier beim DFB nicht den besten Ruf, der sportliche Stellenwert wird in Zweifel gezogen. Aus diesem Grund gaben die Verantwortlichen frühzeitig bekannt, beim Confed-Cup den Spielern eine Chance zu geben, die nicht regelmäßig in der Nationalmannschaft zum Einsatz kommen. Zudem muss der Bundestrainer auf Benedikt Höwedes verzichten, der sich im Sommer einer Operation unterzieht. Neben den Spielern aus den U-Nationalmannschaften darf sich auch Marco Reus gute Chancen auf ein Ticket für Russland ausrechnen, verpasste er doch die letzten großen Turniere jeweils verletzt.

Während der endgültige Kader noch bekannt gegeben wird, hat der DFB bereits das Trikot enthüllt, in dem das Team im Sommer 2017 auflaufen wird. Adidas hat für „die Mannschaft“ ein Trikot entworfen, welches das Muster des Auswärtstrikots von 1990 mit dem klassischen Heimdesign verbindet. Das weiße Trikot trägt schwarze Applikationen, dazu gehören die für den Hersteller typischen drei Streifen und das goldene Weltmeister-Badge auf der Vorderseite. Am Rücken rundet der Schriftzug “Die Mannschaft” direkt unter dem Kragen das Design ab. Der Kragen selbst ist in schwarz-rot-gold gehalten. Dazu tragen die Spieler schwarze Hosen mit weißen Applikationen sowie weißen Stutzen mit den vier schwarzen Weltmeistersternen.